Drei Fragen zur Deponie

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 22.05.2020

Aufgrund der aktuellen Berichte zur Deponie Wicker, dem Interview mit Madlen Overdick sowie dem Offenen Brief von Gegenwind 2011 in der HZ, hat die Hochheimer Zeitung, Bürgermeister und RMD-Aufsichtsratsmitglied Dirk Westedt, um Auskunft gebeten. Wie berichtet hatte Westedt in der Stadtverordnetenversammlung am 30. April erklärt, dass das Deponie-auf-Deponie-Konzept im Kreistag am 15. Juni sein politisches Ende finden wird.

Die HZ stellte zum Thema RMD Wicker drei kurze Fragen, zu denen Dirk Westedt folgende einleitende Bemerkung vorausschickte:

„Ausführliche Antwort zu diesen Fragen darf nur die Aufsichtsratsvorsitzende geben. Im Rahmen der bereits bekannten öffentlichen Informationen möchte ich Ihnen wie folgt antworten.“

HZ: Im HZ-Interview hatte die AR-Vorsitzende Madlen Overdick mitgeteilt, dass der RMD insgesamt 156 Mio. € innerhalb von 11 Jahren übertragen wurden. Anscheinend sind diese Mittel nicht für den eigentlichen Zweck, der Stilllegung und Nachsorge, mehr vorhanden. Haben Sie als Aufsichtsratsvertreter der Stadt Hochheim eine erste Erklärung?

Westedt: „Diese Mittel sind teilweise in Baumaßnahmen geflossen, die der Deponie-Nachsorge dienen.“

HZ: Vom Hochheimer Verein Gegenwind 2011 wird seit Wochen sehr harte Kritik an der Sach-, Fach- und Finanzpolitik der RMD geübt. Der Offene Brief war Thema der RMD-Aufsichtsratssitzung. Steht es tatsächlich so schlimm um die Gesellschaft?

Westedt: Die finanzielle Situation der RMD-Gruppe ist ernst, das ist bereits seit Längerem bekannt. Durch die beiden Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus wurden und werden Zahlungen geleistet, um eine Überschuldung zu verhindern.

HZ: Harte Kritik wurde auch wegen der fehlenden Sach- und Finanzkompetenz des Aufsichtsrats geübt. Fehlentscheidungen und mangelnde Kontrolle scheint jahrelange Praxis gewesen zu sein. Wie sehen Sie das aus Sicht des Vertreters der Stadt Hochheim?

Westedt: „In meiner Zeit als Aufsichtsrat (seit ca. 5 Jahren) drehen sich die Diskussionen um eine finanzielle Sanierung der Gesellschaft, der Aufsichtsrat arbeitet hier intensiv mit.“

Das Interview führte Jürgen Kunert

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