Nachsorgekosten im Blick haben

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Donnerstag, 30.04.2020

Der Deponiestandort zwischen Wicker, Massenheim und Hochheim ist schon beim ersten Genehmigungsverfahren zur Einrichtung der Deponie von der Hochheimer und Massenheimer Bevölkerung abgelehnt worden. Die Deponiekapazität neigt sich dem Ende, in den nächsten Jahren sollte nur noch die Endverfüllung und Abdichtung des Deponiekörpers stattfinden.

Insofern habe ich schon bei den ersten Diskussionen über eine mögliche Erweiterung der Kapazitäten mittels „Deponie auf Deponie“ immer den Standpunkt vertreten: „Keine 20 Meter (Erhöhung des Berges) und keine 20 Jahre (Laufzeitverlängerung der Ablagerung)“.

Inzwischen gibt es einen Beschluss der städtischen Gremien, die vorgestellte „Deponie auf Deponie“ abzulehnen. Dieser ist für mich als Bürgermeister maßgebend. Allerdings haben sich im Laufe der Diskussion der durch die RMD vorgestellten Planungen aus meiner Sicht 2 Punkte ergeben, die die nächste Zeit auch aus Sicht der Bürgerschaft noch zu klären sind:

1. Kann es eine Möglichkeit geben, den Deponiekörper von oben besser abzudichten, da an den beiden Standorten der Strommasten relativ viel Wasser von oben in den Untergrund eindringen kann? Der Grundwasserschutz ist zwingend noch zu verbessern.

2. Es gab ein überraschendes Angebot aus Wiesbaden, in Zukunft anfallende Schlacke (Verbrennungsreste unseres Hausmülls) auf der Deponie im Dyckerhof-Bruch anzunehmen. Ist dieses verbindlich, damit unsere Müllreste nicht bis z.B. Nordrhein-Westfalen gefahren werden müssen?

Da es mit den Finanzen der RMD bekanntermaßen nicht zum Besten steht, ist natürlich durch den Main-Taunus-Kreis auch zu klären, wie und in welcher Höhe langfristig die gestiegenen Nachsorgekosten für den Deponiekörper aufgebracht werden müssen. Als Bürgermeister von Hochheim und als Fraktionsvorsitzender im Kreistag muss ich auch ein Interesse daran haben, die Kosten für die Bürger in einem vertretbaren Rahmen zu halten, da diese über die Kreisumlage wieder von uns als Einwohner finanziert werden müssen.

Dirk Westedt, Bürgermeister und FDP-Fraktion, Kreistag