Auf innovative Technologien setzen

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 26.06.2020

Zunächst ist die SPD-Fraktion froh, dass im Kreistag ein entsprechender Beschluss gefasst wurde und die Deponie auf Deponie vom Tisch ist.

Als wir in der letzten oder vorletzten Stadtverordnetenversammlung Flörsheim einen Antrag eingebracht haben, zierten sich gerade CDU und GALF hier mitzustimmen, da ihnen anscheinend der Kreis näher lag als die Bevölkerung vor Ort, die sie vertreten sollen. Nach langem Ringen haben wir einen Kompromiss gefunden. Nachdem klar war, dass die Bürgerinnen und Bürger massiv gegen das Projekt „DaD“ sind, kam ein Umdenken.

Der Beschluss, dass die Deponie geschlossen werden soll, wurde bereits 2005 gefasst und ein Weiterbetreiben bzw. eine neue Deponie wäre ein Wortbruch gewesen. Dies wäre aus nachvollziehbaren Gründen den Wickerer Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar gewesen. Diese ganze Aktion trägt selbstverständlich nicht zur Vertrauensbildung bei und fördert nur die Politikverdrossenheit. Daher muss durch Aufklärung verlorenes Vertrauen wieder zurückgewonnen werden.

Medienwirksamkeit und Verunsicherung der Bevölkerung haben bei allen agierenden Gruppen zugenommen, ohne dass bestätigt werden soll, dass sich die Bürgerinitiative diesen Mitteln bedient. Auch die politischen Parteien nutzen diese Möglichkeiten, daher ist es immer einfach, auf andere zu zeigen, anstatt an dem eigenen Umgang etwas zu ändern. Wenn jeder sich an Transparenz hält und offen kommuniziert, sollte die Vertrauensbildung wieder ein ganzes Stück zunehmen. Ich halte die nachträglich erhobenen Vorwürfe für nicht zielführend und daher für unnötig.

Die RMD kann in Zukunft zu einer Transparenz und Ehrlichkeit kommen, wenn sie diese Werte tatsächlich lebt und offen berichtet und die Bevölkerung miteinbezieht. All die Geschehnisse zeigen auch, dass man sich an Gutachten von Wirtschaftspüfern, die nicht aus der Branche kommen, nicht eins zu eins halten kann.

Es war klar, dass kein Deponiebetrieb mehr fortgeführt werden kann, daher wurden auch von den vorigen Geschäftsführern, allen voran Gerd Mehler, innovative Technologien umgesetzt, um Einnahmen zu generieren. Dieser hochmoderne Technologiepark war ein Vorzeigeunternehmen, das von anderen Betrieben aus aller Herren Ländern besucht wurde.

Leider wurde dies politisch nicht gewollt und deswegen nicht fortgeführt. Um Arbeitsplätze zu sichern, muss wieder zukunftsfähige Technologie in den Deponiepark Einzug finden. Es kann nur gehofft werden, dass dies mit der neuen Geschäftsführerin gelingt.

Artikel von Marion Eisenmann-Kohl, SPD-Fraktion, Flörsheim