Alle Fakten müssen auf den Tisch

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 26.06.2020

So enden also der „Bürgerdialog“ und die vielbeschworene Transparenz. Gegenüber dem zwar ärgerlichen, aber eher dümmlich-peinlich wirkenden Diffamierungsversuch der Flörsheimer Kreistagsabgeordneten Renate Mohr gegen die Bürgerinitiative Gegenwind 2011 spricht die Pressemitteilung des RMD-Aufsichtrats eine „sachlich“-verbrämte, aber in ihrer Konsequenz deutliche Sprache.

In Klartext übersetzt: Wer uns unbequeme Fragen stellt, uns gar mit (belegbaren) Fakten konfrontiert – mit dem reden wir nicht mehr.

Nein, so einfach geht das aber nicht. Sich – offensichtlich in die Enge getrieben – von einem umstrittenen und nur noch wenig aussichtsreichen Projekt zurückziehen, das reicht nicht.

Die Bürgerinnen und Bürger wollen mehr. Ja, sie sind verunsichert. Aber nicht durch die Fragen von Gegenwind 2011, sondern durch ausbleibende fundierte und glaubwürdige Antworten seitens der Verantwortlichen der RMD. Und sie wollen jetzt (!) diese Antworten. Mit einem zukünftig in Aussicht gestellten und im stillen Kämmerlein tagenden Pseudo-Gremium (Deponiebeirat) ist es nicht getan.

Der Beschluss der Hochheimer Stadtverordnetenversammlung könnte die Probe aufs Exempel sein:

In einer öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses sollen sich beide Seiten (RMD und Gegenwind 2011) den Fragen der Stadtverordneten stellen und ihre Argumente vortragen können. Die Fakten müssen jetzt endlich (vollständig) auf den Tisch!

Wenn sich die Verantwortlichen der RMD einem ehrlichen und offenen Dialog verweigern, haben sie den letzten Rest an Glaubwürdigkeit – aber auch die Chance auf einen Neuanfang und eine Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft – verspielt.

Es bleibt also weiter spannend….

Artikel von Heinz M. Merkel, Fraktion GAL/DIE LINKE