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Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Donnerstag, 30.04.2020
Im Sanierungsgutachten wird die Idee der Deponie auf Deponie als neues Betätigungsfeld der RMD aufgeführt. Der Aufsichtsrat hatte 2019 die Geschäftsführung beauftragt, aus der Idee ein Konzept zu entwickeln und die Genehmigungsfähigkeit zu prüfen.
 
Von Beginn an waren mir drei Entscheidungsparameter wichtig: Akzeptanz bei den Bürgern, Entsorgungssicherheit und wirtschaftliche Attraktivität. Von Akzeptanz bei den Bürgern kann hier keine Rede sein: Die Ablehnung ist nicht nur in Stadtverordnetenbeschlüssen und in Unterschriftenlisten dokumentiert, sondern auch in sichtlicher Empörung auf Informationsveranstaltungen der RMD.
 
Für die Entsorgung der Schlacke aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet bietet die Deponie der Stadt Wiesbaden eine Perspektive: Die Stadt baut in wenigen Kilometern Luftlinie ihre Deponie aus und hat die Bereitschaft gezeigt, mit der Region zu kooperieren und dort Kapazitäten anzubieten.
 
Bleibt als drittes Kriterium die Wirtschaftlichkeit. Ich habe keine Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Erfolg, wenn wir eine neue Deponie auf die alte setzen. Die RMD hat in drei Jahrzehnten als Deponie Millionenverluste eingefahren, was unter anderem an dem auf Kosten basierenden Kalkulationsschema liegt; es ging nicht darum, Gewinne zu erzielen, um Rücklagen zu bilden und für künftige Entwicklungen vorzubauen. Eine Bereitschaft der Region, uns wirtschaftlich entgegenzukommen – durch die Bereitschaft von Kommunen, höhere Entsorgungsgebühren zu zahlen -, ist nicht erkennbar.
 
Mein Zwischenfazit: Auf dem Projekt liegt kein Segen. Wicker war jahrzehntelang die Müllkippe der gesamten Region. Dabei wurden Millionenverluste erwirtschaftet. Ich finde: Jetzt sind mal andere dran.
 
Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus-Kreises