RMD-Aufsichtsrat gerät in Erklärungsnot

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 29.05.2020

In ihrem Offenen Brief Nr. 2 schaltet Gegenwind 2011 noch einen Gang höher und kontert die Stellungnahme des RMD Aufsichtsrates vom 19. Mai. Besonders brisant dafür für die RMD sein, dass Gegenwind 2011 auf 10 falsche Antworten sowie 12 verfälschte Tatsachen der RMD hinweist. Wie der RMD-Aufsichtsrat auf die mit entsprechenden Quellenangaben versehenen Vorwürfe reagieren wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Es dürfte ihm aber nicht leicht fallen, wenn man die sechsseitige Erwiderung zu den elf Sachverhalten genauer liest. So hatten die RMD-Verantwortlichen mit ihren Antworten auf den Offenen Brief Nr. 1 u.a. ein dreiteiliges Zwischenlager verneint und behauptet, die von Gegenwind 2011 genannten Mengenangaben seien für die Geschäftsführung nicht nachvollziehbar. Die sachliche Erwiderung des Hochheimer Vereins fällt eindeutig aus: „FALSCH. Es handelt sich zweifelsfrei um drei Flächen, auf denen Schlacke abgelagert wurde. Die zwischengelagerten Schlackemengen müssen der Geschäftsführung bekannt sein“. Dann folgt die Präzisierung der Flächen und Mengen mit der Quellenangabe: RMD-Eigenkontrollbericht 2019, Anhang 19/2. „Es ist nicht schön für die Beteiligten, wenn wir aus ihren eigenen Dokumenten zitieren müssen, um die Sachverhalte richtig zu stellen“, so der Kommentar von Rolf Fritsch.

Gegenwind 2011 will weiter aufklären. Dazu fordert man von der kommunalen Gesellschaft RMD nun auch die Offenlegung und Einsichtnahme in die Betriebstagebücher der Deponie Wicker. Dieser Schritt sei unverzichtbar, die RMD selbst wolle ja für die Öffentlichkeit transparent und ehrlich sein.

Artikel von Jürgen Kunert