RMD startet Untersuchung: analytisches Staubwischen in fünf Haushalten in Wicker. Den Schlackepartikeln auf der Spur

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 17.07.2020

WICKER - Bereits im Februar hatte die neue Wickerer Ortsvorsteherin Luana Schnabel (CDU) sich dem Thema „schwarzer Staub in Wicker“ angenommen, der möglicherweise von den weithin sichtbaren Schlackebergen auf dem Gelände der Deponie kommen könnte.

Der ehemalige Sprecher der RMD-Geschäftsführung, Heino von Winning, hatte in der zweiten Bürgerinformationsveranstaltung in Massenheim Ende Februar versprochen, sich um dieses Thema zu kümmern – und zwar mit Analysen in beiden betroffenen Anrainerkommunen, in Wicker und in Massenheim.

 

Die Wickerer Ortsvorsteherin scheint hier definitiv emsiger und nachdrücklicher zu agieren. Nach mehreren Gesprächen mit der RMD-Geschäftsführung war klar, dass die Rhein-Main-Deponie GmbH Luana Schnabel bei den geforderten Messungen in Wicker unterstützt. Gemessen werden sollen die Zusammensetzung, die Herkunft und die Menge der Staubpartikel. Dazu wurden fünf Haushalte gesucht, die die sogenannten Wischproben beispielsweise von Fensterbänken oder Gartenmöbel entnehmen lassen. Zusätzlich soll für die Mengenmessung ein eigenes Messgerät des TÜV Süd in Wicker installiert werden.

„Mit meiner Initiative bin ich auf großes Interesse bei den Wickerern gestoßen und mich haben zahlreiche Personen darauf angesprochen. Ich bedanke mich bei allen, die sich bereit erklärt haben mitzumachen“, freut sich die Ortsvorsteherin Schnabel.

Die seitens der RMD geforderten fünf Haushalte hatte sie bereits nach kurzer Zeit zusammen. Allesamt Wickerer, die sie bei der Aufklärung unterstützen wollten. Nun galt es, den RMD-Aufsichtsratsbeschluss abzuwarten, der die Gelder für die Staubmessungen freigeben musste.

Darüber hinaus habe die RMD die vergangenen Monate genutzt, um verschiedene Maßnahmen gegen die Staubbelastung der umliegenden Kommunen zu ergreifen. Beispielsweise wird der Schlackeberg seit Mitte Mai regelmäßig bewässert. Zudem würden die durch die „Schlackekrise“ im vergangenen Jahr aufgetürmten schwarzen Berge seit Monaten wieder „ordnungsgemäß“ eingebracht, wodurch diese langsam wieder abnehmen würden. Eine durchaus optimistische Formulierung seitens der Wickerer Ortsvorsteherin, was in diesem Zusammenhang „ordnungsgemäß“ bedeutet.

Denn auch hierzu dienen die kleinen Anfragen der Fraktion Die Linke im Hessischen Landtag. Unter anderem fordert die Linke Antworten, welche Mengen bereits verfüllt worden sind und maximal auf der Deponie eingelagert werden dürfen, entsprechend den rechtsverbindlichen Vorgaben für die Deponie mit der entsprechenden Endkubatur von 3,96 Millionen Kubikmetern.

„Das Projekt Deponie auf Deponie ist glücklicherweise vom Tisch – aber die Schlackeberge werden uns noch einige Jahre erhalten bleiben. Deshalb werden wir messen, um zu überprüfen, ob die in der Zwischenzeit installierten Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse bringen und Wicker sowie die benachbarten Kommunen langfristig entlastet werden“, erklärt Luana Schnabel.

RMD-Aufsichtsrat gibt für Wicker grünes Licht

Am 26. Juni stimmte der RMD-Aufsichtsrat den umfangreichen Messungen nun zu und stellte das dafür notwendige Budget zur Verfügung. Die Wischproben werden in Abstimmung mit den fünf Haushalten nun zeitnah entnommen. Die dauerhafte Installation der Wickerer Messeinrichtung ist für Ende Juli geplant. Bleibt die Frage: Und was ist mit Massenheim?

„Ich freue mich, dass die Staubmessungen jetzt beginnen können und werde für Fragen jederzeit gerne direkt zur Verfügung stehen. Mir ist ein direkter Informationsaustausch sehr wichtig. Nur so kann die ‚Deponie Wicker‘ auch wieder das Vertrauen der Nachbarschaft gewinnen“, so Beate Ibiß, Geschäftsführerin der RMD.

Artikel von red