Harsche Kritik an RMD-Aufsichtsrat Dirk Westedt. RMD-Staubanalyse - wurde Massenheim vergessen?

Artikel aus der Hochheimer Zeitung von Freitag, 24.07.2020

In der vergangenen Woche hatte die Hochheimer Zeitung über die Wickerer Ortsvorsteherin Luana Schnabel (CDU) berichtet, die in einer Presseerklärung ihre Freude kundtat, dass der RMD-Aufsichtsrat in seiner Sitzung Ende Juni die finanziellen Mittel bewilligt hatte, um in fünf ausgesuchten Haushalten in Wicker systematische Staubentnahmen durch die RMD durchzuführen. Zusätzlich wurde durch die RMD GmbH zugesichert, dass in Wicker eine Staubmessstation eingerichtet wird. Die Messungen und Staubwisch-Aktionen werden in regelmäßigen Abständen ein ganzes Jahr dauern. Dabei soll die Zusammensetzung und Herkunft dieser Stäube analysiert werden. Wickerer Bürger äußern schon lange die Vermutung, dass Verschmutzungen in Gärten, auf Möbeln im Außenbereich oder sogar an den Dichtungen von Kühlschränken von den Schlackebergen auf der Deponie Wicker herrühren.

So hatten Teilnehmer der zweiten Bürgerinformationsveranstaltung in Massenheim zum mittlerweile gescheiterten Deponie-auf-Deponie-Projekt gefordert, entsprechende Untersuchungen seitens des Deponiebetreibers durchzuführen. Der damalige Sprecher der RMD-Geschäftsführung hatte dies für beide Anrainerorte Wicker und Massenheim öffentlich zugesichert.

In Massenheim ist nun die Verwunderung groß, dass mit keiner einzigen Aussage der Stadtteil von Hochheim im Bericht aus der vergangenen Woche erwähnt wurde. Der Staub sei doch der gleiche für beide Nachbarkommunen der Deponie Wicker. Entsprechend nachdrücklich und unmissverständlich meldet sich die Bürgerinitiative Massenheim (BIM) zu Wort und fragt: Weshalb hat Hochheims oberster Interessenvertreter im RMD-Aufsichtsrat, Bürgermeister Dirk Westedt, bei diesem Tagesordnungspunkt in der entsprechenden RMD-Gremiensitzung offenkundig nicht aufgemerkt, um das gleiche Prozedere für Massenheim einzufordern?

Der gleiche kritische Tenor findet sich in der Stellungnahme des grünen Stadtverordneten und stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers Stefan Fuhrmann. Es sei erklärtes Ziel der RMD-Geschäftsführung sowie der RMD-Aufsichtsratsvorsitzenden Madlen Overdick durch Offenheit und Transparenz verloren gegangenes Vertrauen zu den verantwortlichen Gremien der RMD GmbH zurückzugewinnen, erinnerte Fuhrmann an die Aussagen Overdicks in Massenheim während der Bürgerveranstaltung Ende Februar.

In dem Bericht in der vergangenen Woche zu den startenden Analysen über die Staubpartikel war ausschließlich die Rede von der Deponie-Anrainerkommune Wicker. Der Hochheimer Grüne-Politiker fragt: „Wie kann es sein, dass das gleiche Verfahren für Massenheim offensichtlich vergessen wurde“?

Zumal mit den beiden kompetenten Hochheim-Kennern, dem ehemaligen Rathausleiter Harald Schindler und dem amtierenden Bürgermeister Dirk Westedt, gleich zwei Mitglieder im RMD-Aufsichtsrat sitzen, die sich für Hochheimer und Massenheimer Belange doch einsetzen müssten. Fuhrmann stellt in seinem Zeitungsbeitrag die Frage: „Wessen Interessen vertreten diese beiden Aufsichtsratsmitglieder“?

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Artikel von Jürgen Kunert